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KI-Agenten: Wenn das Modell selbst entscheidet

Ein LLM das Fragen beantwortet ist nützlich. Ein KI-Agent der Ziele verfolgt, Werkzeuge aufruft und eigene Zwischenschritte plant, ist eine andere Kategorie. Das ist der Unterschied zwischen Assistent und Akteur.

ReAct Tool Use Agentic Loops Planner Memory

Was ist ein KI-Agent – und was unterscheidet ihn vom einfachen LLM-Aufruf?

Ein einzelner LLM-Aufruf nimmt Input, gibt Output. Das war's. Ein KI-Agent hingegen arbeitet in einer Schleife: er plant einen nächsten Schritt, führt ihn aus (z.B. eine Web-Suche, einen API-Aufruf, eine Datenbankabfrage), bewertet das Ergebnis und plant den übernächsten Schritt – bis das Ziel erreicht ist oder er aufgibt.

Die drei definierenden Eigenschaften eines Agenten:

  • Planung: Das Modell zerlegt ein Ziel in Teilschritte und priorisiert sie
  • Tool Use: Der Agent hat Werkzeuge (Funktionen) die er aufrufen kann – Suche, Code-Ausführung, APIs
  • Gedächtnis: Kontext aus vorherigen Schritten bleibt erhalten und beeinflusst Folgeentscheidungen

Das verbreitetste Muster ist ReAct (Reason + Act): Das Modell denkt laut nach, entscheidet welches Tool es braucht, ruft es auf, bewertet das Ergebnis, denkt weiter. Dieser Zyklus wiederholt sich bis zur Antwort.

KI-Agenten in der Praxis: Was funktioniert, was nicht

Agenten klingen mächtiger als sie oft sind. Die ehrliche Wahrheit aus der Praxis: Agenten sind am zuverlässigsten bei Aufgaben mit klarem Endzustand, begrenztem Tool-Set und einem Modell das gut mit Tool-Use umgehen kann.

Wo Agenten wirklich helfen:

  • Recherche-Aufgaben: Mehrere Quellen besuchen, Informationen zusammenführen
  • Code-Assistenten: Fehler analysieren, Fix schreiben, Test ausführen, iterieren
  • Daten-Pipelines: Quellen befragen, Daten transformieren, in Ziel schreiben

Wo man vorsichtig sein sollte:

  • Sehr lange Agentic Loops mit vielen Schritten – Fehler pflanzen sich fort
  • Aufgaben ohne klares Abbruchkriterium – der Agent dreht sich im Kreis
  • Kleine Modelle (7B) als Planer – zu oft halluzinierte Tool-Aufrufe

Mit n8n lassen sich einfache Agenten-Strukturen visuell bauen – der AI-Agent-Node übernimmt die Schleife, die Tools sind andere Nodes. Für komplexere Szenarien bietet sich LangChain oder direktes API-Coding an.

Agenten mit lokalen Modellen und n8n aufbauen

Lokale LLMs via Ollama unterstützen Tool-Use wenn das Modell explizit dafür trainiert wurde. Für Agenten empfehle ich:

  • Llama 3.1 8B/70B – hervorragende Tool-Use-Fähigkeiten
  • Qwen 2.5 – sehr stark bei strukturierten Tool-Aufrufen
  • Mistral Nemo – gut für einfache Agenten

Für gutes Prompt Engineering im Agenten-Kontext: System-Prompt muss das verfügbare Tool-Set klar beschreiben, inkl. wann welches Tool zu benutzen ist. Ohne klare Tool-Beschreibungen halluziniert der Agent Tool-Aufrufe die nicht existieren.

# Minimaler Agent-Prompt (System) Du bist ein Recherche-Agent. Du hast Zugriff auf: - search(query): Suche im Web - get_url(url): Lade eine Webseite - done(answer): Beende die Aufgabe Vorgehen: 1. Denke nach welches Tool du brauchst 2. Rufe es auf 3. Bewerte das Ergebnis 4. Wiederhole bis done() aufgerufen wird

Gut kombiniert mit RAG als zusätzlichem Tool: Der Agent kann sowohl im Web als auch in der eigenen Wissensbasis suchen – und entscheidet selbst welche Quelle für die Frage relevanter ist.

Häufige Fragen zu KI-Agenten

Ein Workflow folgt einem vorab definierten Ablauf. Ein Agent entscheidet selbst, welche Schritte er unternimmt. Workflows sind zuverlässiger und vorhersagbar; Agenten sind flexibler aber schwerer zu debuggen.

Für zuverlässige Agenten empfehle ich mindestens 8B-Modelle mit Tool-Use-Training. Kleinere Modelle machen zu viele Fehler bei der Tool-Auswahl. Mit Llama 3.1 8B oder Qwen 2.5 7B kommt man auf lokaler Hardware gut zurecht.

Max-Iterations-Limit setzen (typisch 10–20 Schritte), klare Abbruchbedingungen im Prompt definieren und immer ein „done"-Tool bereitstellen das der Agent explizit aufrufen muss um zu beenden.

Ja – n8n hat native AI-Agent-Nodes die ReAct-Schleifen implementieren. Tools sind andere n8n-Nodes. Das ist der einfachste Einstieg ohne Code. Für komplexere Multi-Agenten-Systeme empfiehlt sich aber direktes Coding.