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Raspberry Pi: Kleiner Computer, große Möglichkeiten

Der Raspberry Pi ist der perfekte Einstieg ins Self-Hosting – günstig, stromsparend, immer erreichbar. Von Home Assistant bis Pi-hole, von Samba-Fileserver bis zu kleinen KI-Experimenten.

Pi 5Home AssistantDockerARM64headless

Raspberry Pi 4 vs. Pi 5 – welches Modell für was?

Seit dem Pi 5 hat sich das Leistungsspektrum deutlich verbessert:

  • Raspberry Pi 4 (4 GB): Bewährte Wahl für Home Assistant, Pi-hole, kleine Server. Gebraucht günstig zu bekommen, ausreichend für die meisten Heimautomations-Aufgaben.
  • Raspberry Pi 5 (4/8 GB): 2-3x schneller als Pi 4. PCIe-Slot für NVMe-SSDs (M.2 HAT). Empfehlung für neue Projekte – deutlich bessere Performance für Docker-Workloads und kleinere LLM-Experimente.
  • Pi Zero 2W: Für simple Aufgaben: Sensor-Node, MQTT-Client, Kamera-Basis. Sehr günstig, minimaler Stromverbrauch.

Wichtig: Immer eine schnelle SD-Karte (oder besser: SSD via USB3/PCIe) verwenden. Langsame SD-Karten sind der häufigste Grund für schlechte Performance.

Erstes Setup: Headless, SSH und Docker

Ein frischer Pi ist in 20 Minuten bereit:

  • Raspberry Pi Imager: OS-Image schreiben + SSH-Key und WLAN direkt konfigurieren – kein Monitor/Tastatur nötig
  • Headless Boot: Pi ins Netzwerk, per ssh pi@raspberrypi.local verbinden, fertig
  • Docker auf ARM64: Offizielle Docker-Installation funktioniert auf Pi 4/5 (ARM64). Die meisten populären Images haben ARM64-Support.
  • Statische IP: Im Router DHCP-Reservation setzen – der Pi ist immer unter derselben IP erreichbar
# Docker auf Raspberry Pi installieren curl -fsSL https://get.docker.com | sh sudo usermod -aG docker pi # Ab hier: docker compose up -d wie auf jedem anderen Server

Typische Pi-Projekte: Was wirklich läuft

Der Pi ist kein Ersatz für einen VPS mit 4 vCPUs – aber für bestimmte Aufgaben ist er unschlagbar:

  • Home Assistant: Der klassische Pi-Use-Case. Zigbee-Dongle direkt am USB, alles lokal, kein Cloud-Dependency.
  • Pi-hole: DNS-basierter Werbeblocker für das gesamte Heimnetz – läuft auf Pi Zero 2W problemlos
  • Mosquitto MQTT-Broker: Leichtgewichtig genug für Pi Zero, zentraler Knotenpunkt für alle IoT-Geräte
  • Lokale LLMs (Pi 5, 8 GB): Sehr kleine Modelle (1–3B Parameter) via Ollama sind möglich – für Experimente, nicht für Produktion
  • Netzwerk-Storage: Samba oder NFS mit externer HDD – günstige NAS-Lösung

Häufige Fragen zum Raspberry Pi

SSD ist deutlich besser: schneller, langlebiger (SD-Karten haben begrenzte Schreibzyklen), günstiger pro GB. Beim Pi 4: SSD per USB3-Adapter. Beim Pi 5: M.2 HAT mit NVMe SSD. Einmalige Einrichtung, danach deutlich bessere Performance und Zuverlässigkeit.

Standard-Passwort sofort ändern, SSH-Key statt Passwort, fail2ban installieren, Firewall mit ufw. Pi nie direkt aus dem Internet erreichbar machen – Tailscale VPN für Remote-Zugriff. Automatische Security-Updates mit unattended-upgrades aktivieren.

Pi: einmalige Kosten, kein monatliches Abo, USB-Hardware anschließbar (Zigbee-Dongle, Audio), Strom ca. 5–15W. VPS: immer erreichbar (kein Stromausfall), einfacher zu skalieren, kein Heimnetz-Overhead. Kombination ideal: Pi für IoT/Home Automation, VPS für öffentliche Services.

Raspberry Pi OS Lite (64-bit) für Server-Setups – kein Desktop, minimal. Ubuntu Server 24.04 LTS als Alternative wenn Ubuntu-Ökosystem bevorzugt wird. Home Assistant OS nur wenn der Pi ausschließlich für HA genutzt wird – kein allgemeines Docker-Setup möglich.