Server & Docker: Die eigene digitale Infrastruktur
Ein Docker-Server führt Dienste in getrennten Containern aus und macht ihre Konfiguration mit Docker Compose reproduzierbar. Das passt zum Self-Hosting, wenn du Daten und Software auf eigener Hardware oder einem VPS kontrollieren willst. Volumes speichern dauerhafte Daten, Networks verbinden die Container, Environment Variables konfigurieren sie und Health Checks helfen beim Verwalten von Abhängigkeiten.
SaaS-Dienste sind bequem – bis die Preise steigen, das Feature verschwindet
oder der Anbieter Daten weitergibt, die dir gehören. Self-Hosting ist die Antwort:
du betreibst die Software selbst, auf deiner Hardware oder deinem VPS.
Fixe Kosten: Ein VPS für 10–20€/Monat betreibt ein Dutzend Dienste,
für die ich sonst womöglich 100+ € monatlich zahlen würde.
Keine künstlichen Limits: Bei n8n
self-hosted gibt es keine Workflow-Limits, keine Execution-Obergrenzen,
keine Features hinter einem Premium-Tier.
Docker und Docker Compose: Grundlagen für Self-Hosters
Docker ist der Standard für Self-Hosting – weil es Dienste isoliert, reproduzierbar macht
und das „läuft bei mir"-Problem löst. Ein Container verhält sich auf deinem Laptop
exakt gleich wie auf dem Server.
Docker Compose ist das Werkzeug für mehrere Container zusammen. Eine YAML-Datei definiert
alle Dienste, ihre Konfiguration und wie sie miteinander kommunizieren:
Wichtige Konzepte die man verstehen sollte: Volumes (persistente Daten),
Networks (Container-Kommunikation), Environment Variables (Konfiguration)
und Health Checks (Abhängigkeiten managen).
Mein Stack: Traefik, Watchtower und die Highlights
Über Zeit hat sich mein Standard-Setup herauskristallisiert. Was auf jedem meiner Server läuft:
Traefik: Reverse Proxy mit automatischen TLS-Zertifikaten via Let's Encrypt.
Neue Services brauchen nur ein Docker-Label – Traefik erkennt sie automatisch
und stellt die Domain bereit. Keine nginx-Konfig mehr von Hand.
Watchtower: Überwacht alle laufenden Container und aktualisiert sie automatisch,
wenn ein neues Image verfügbar ist. Set and forget.
Portainer: Web-UI für Docker-Management. Logs einsehen, Container neustarten,
Compose-Stacks verwalten – alles über den Browser ohne SSH.
n8n: Automatisierungszentrale.
Fast jeder Workflow läuft hier.
Ollama:Lokale LLMs für alle
Automatisierungen, die kein Cloud-Modell brauchen.
Uptime Kuma: Monitoring aller Dienste mit Telegram-Alerts.
Wenn etwas down ist, weiß ich es in Sekunden.
Für Backups: täglicher Cron-Job, der alle Docker-Volumes tart und
per Skript auf einen externen Speicher spiegelt.
Häufige Fragen zu Server & Docker
Für einfache Setups (n8n, kleinere Dienste) reicht ein VPS mit 2 vCPUs und 4 GB RAM
für unter 10€/Monat – Hetzner, Netcup oder Contabo sind günstige Optionen.
Für lokale LLMs mit 7B-Modellen braucht man 16 GB RAM und wenn möglich eine GPU.
Ein Heimserver (alter PC, Raspberry Pi 5, Mini-PC) ist für LLM-Workloads
oft die bessere Wahl.
Sicher genug, wenn man die Basics beachtet: Dienste nicht unnötig öffentlich exponieren,
Authentifizierung überall aktivieren, Firewall konfigurieren, regelmäßige Updates
(Watchtower hilft), SSH-Passwörter durch Keys ersetzen und Fail2ban installieren.
Das klingt viel, ist aber schnell eingerichtet – und einmal aufgesetzt, läuft es.
Mein Ansatz: Ein tägliches Bash-Skript stoppt
die Container kurz, tart die Volumes, und überträgt das Archiv per rsync auf
einen zweiten Ort (NAS, S3, anderer VPS). Dauer: oft unter 2 Minuten.
Alternativ: Duplicati oder Restic für verschlüsselte, inkrementelle Backups direkt
aus laufenden Volumes.
Für Self-Hosting Einsteiger: Docker mit Docker Compose.
Das größte Ökosystem, beste Community-Unterstützung und alle Self-Hosting-Guides
nutzen Docker. Podman ist eine gute rootlose Alternative, hat aber weniger Tutorials.
LXC (via Proxmox) ist eine Stufe tiefer – für vollständige VMs und Isolation,
ideal wenn man mehrere Nutzer oder strenge Sicherheitsanforderungen hat.