🐳 · Infrastruktur

Server & Docker: Die eigene digitale Infrastruktur

Wer seine Dienste selbst betreibt, hat Kontrolle. Über Daten, Kosten, Verfügbarkeit. Mit Docker wird das Aufsetzen, Verschieben und Skalieren von Diensten zum reproduzierbaren Prozess – statt zum nervenaufreibenden Ratespiel.

Docker Compose Traefik Self-Hosting VPS

Warum Self-Hosting? Kontrolle, Kosten, Datenschutz

SaaS-Dienste sind bequem – bis die Preise steigen, das Feature verschwindet oder der Anbieter Daten weitergibt, die dir gehören. Self-Hosting ist die Antwort: du betreibst die Software selbst, auf deiner Hardware oder deinem VPS.

Drei Vorteile die ich jeden Tag spüre:

  • Volle Datenkontrolle: Alle Daten liegen auf Servern die ich kontrolliere. Das ist die Voraussetzung für lokale LLMs und datenschutzkonforme KI-Automatisierungen.
  • Fixe Kosten: Ein VPS für 10–20€/Monat betreibt ein Dutzend Dienste, für die ich sonst womöglich 100+ € monatlich zahlen würde.
  • Keine künstlichen Limits: Bei n8n self-hosted gibt es keine Workflow-Limits, keine Execution-Obergrenzen, keine Features hinter einem Premium-Tier.

Docker und Docker Compose: Grundlagen für Self-Hosters

Docker ist der Standard für Self-Hosting – weil es Dienste isoliert, reproduzierbar macht und das „läuft bei mir"-Problem löst. Ein Container verhält sich auf deinem Laptop exakt gleich wie auf dem Server.

Docker Compose ist das Werkzeug für mehrere Container zusammen. Eine YAML-Datei definiert alle Dienste, ihre Konfiguration und wie sie miteinander kommunizieren:

# Typische Compose-Struktur services: traefik: # Reverse Proxy image: traefik:v3 ports: ["80:80", "443:443"] n8n: # Automation image: n8nio/n8n labels: - "traefik.http.routers.n8n.rule=Host(`n8n.domain.de`)" ollama: # Lokale LLMs image: ollama/ollama volumes: ["ollama_data:/root/.ollama"]

Wichtige Konzepte die man verstehen sollte: Volumes (persistente Daten), Networks (Container-Kommunikation), Environment Variables (Konfiguration) und Health Checks (Abhängigkeiten managen).

Mein Stack: Traefik, Watchtower und die Highlights

Über Zeit hat sich mein Standard-Setup herauskristallisiert. Was auf jedem meiner Server läuft:

  • Traefik: Reverse Proxy mit automatischen TLS-Zertifikaten via Let's Encrypt. Neue Services brauchen nur ein Docker-Label – Traefik erkennt sie automatisch und stellt die Domain bereit. Keine nginx-Konfig mehr von Hand.
  • Watchtower: Überwacht alle laufenden Container und aktualisiert sie automatisch, wenn ein neues Image verfügbar ist. Set and forget.
  • Portainer: Web-UI für Docker-Management. Logs einsehen, Container neustarten, Compose-Stacks verwalten – alles über den Browser ohne SSH.
  • n8n: Automatisierungszentrale. Fast jeder Workflow läuft hier.
  • Ollama: Lokale LLMs für alle Automatisierungen, die kein Cloud-Modell brauchen.
  • Uptime Kuma: Monitoring aller Dienste mit Telegram-Alerts. Wenn etwas down ist, weiß ich es in Sekunden.

Für Backups: täglicher Cron-Job, der alle Docker-Volumes tart und per Skript auf einen externen Speicher spiegelt.

Häufige Fragen zu Server & Docker

Für einfache Setups (n8n, kleinere Dienste) reicht ein VPS mit 2 vCPUs und 4 GB RAM für unter 10€/Monat – Hetzner, Netcup oder Contabo sind günstige Optionen. Für lokale LLMs mit 7B-Modellen braucht man 16 GB RAM und wenn möglich eine GPU. Ein Heimserver (alter PC, Raspberry Pi 5, Mini-PC) ist für LLM-Workloads oft die bessere Wahl.

Sicher genug, wenn man die Basics beachtet: Dienste nicht unnötig öffentlich exponieren, Authentifizierung überall aktivieren, Firewall konfigurieren, regelmäßige Updates (Watchtower hilft), SSH-Passwörter durch Keys ersetzen und Fail2ban installieren. Das klingt viel, ist aber schnell eingerichtet – und einmal aufgesetzt, läuft es.

Mein Ansatz: Ein tägliches Bash-Skript stoppt die Container kurz, tart die Volumes, und überträgt das Archiv per rsync auf einen zweiten Ort (NAS, S3, anderer VPS). Dauer: oft unter 2 Minuten. Alternativ: Duplicati oder Restic für verschlüsselte, inkrementelle Backups direkt aus laufenden Volumes.

Für Self-Hosting Einsteiger: Docker mit Docker Compose. Das größte Ökosystem, beste Community-Unterstützung und alle Self-Hosting-Guides nutzen Docker. Podman ist eine gute rootlose Alternative, hat aber weniger Tutorials. LXC (via Proxmox) ist eine Stufe tiefer – für vollständige VMs und Isolation, ideal wenn man mehrere Nutzer oder strenge Sicherheitsanforderungen hat.